Spatenstich Schlammfaulung

Obmann Alfred ReismüllerBundesminister Berlakovich, Landeshauptmann Niessl, Landesrat Liegenfeld sowie zahlreiche Bürgermeister und Vertreter der Mitgliedsgemeinden nahmen am Spatenstich teil.

Obmann Bgm. Alfred Reismüller (WV Wulkatal) begrüßte die Teilnehmer und erläuterte kurz den Werdegang des Projektes. Obmann GR DI Gerald Gebhardt (AWV Eisenstadt) beschrieb sodann die technischen Aspekte der gemeinsamen Klärschlammbehandlung. Beide betonten die gute Zusammenarbeit der Verbände.

„Das Projekt der Abwasserverbände Wulkaprodersdorf und Eisenstadt-Eisbachtal zeigt einmal mehr, wie wichtig die Zusammenarbeit auf kommunaler Ebene ist. Damit können optimale Lösungen erarbeitet werden“, betonte Umweltminister Niki Berlakovich im Rahmen der Spatenstichfeier zur Errichtung der Faultürme bei der Kläranlage Wulkaprodersdorf. „Mit der Maßnahme wird einerseits Abwasser ordnungsgemäß entsorgt, andererseits die Energieeffizienz der Kläranlagen deutlich gesteigert. Mit Unterstützung des Lebensministeriums  können in diesem Projekt Ziele der Wasserwirtschaft und des Klimaschutzes zukunftsweisend kombiniert und umgesetzt werden.“

Obmann Gerald Gebhardt

LH Niessl lobte ebenfalls die ökonomischen und ökologischen Vorteile des Projektes: " Die Zusammenarbeit der beiden Abwässerverbände – sie repräsentieren 26 Gemeinden aus den Bezirken Eisenstadt, Eisenstadt-Umgebung und Mattersburg - zeigt, welche Synergien durch ein erfolgreiches Miteinander mehrerer Gemeinden entstehen können.

Und wenn hier in Wulkaprodersdorf für die Errichtung der beiden Faultürme 6,5 Mio. Euro verwendet werden – und dies ohne einen finanziellen Mehraufwand für die Gemeinden die und Bürger – kann ich den Verantwortlichen nur gratulieren. Ich freue mich, dass hier in Wulkaprodersdorf schon bald die Kläranlage zu einem Großteil mit grünem Strom versorgt wird."

Die beiden Abwasserverbände haben sich zusammengetan, um den Klärschlamm, der bei der Abwasserreinigung in den Kläranlagen Eisenstadt und Wulkaprodersdorf anfällt gemeinsam weiter zu behandeln.

Landeshauptmann Hans Niessl

Nach einer dreijährigen Planungs- Bewilligungs- und Ausschreibungsphase werden zwei Faultürme mit einer Höhe von je ca. 18 m und einem Fassungsvolumen von insgesamt 5.500 m³ am Kläranlagengelände in Wulkaprodersdorf errichtet. Der Klärschlamm der Kläranlage Eisenstadt wird über eine ca. 4,5 km lange Druckleitung zu den Faultürmen transportiert. Wie bei Biogasanlagen, wird das anfallende Faulgas zur Strom- und Wärmeerzeugung verwendet.

Landesrat Liegenfeld betonte in seiner Stellungnahme „Energieautarkie und gemeindeübergreifende Kooperationen sind in aller Munde und werden laufend empfohlen und propagiert. Mit dem heutigen Spatenstich hier in Wulkaprodersdorf wird ein Projekt realisiert, welches beide Erwartungen verwirklicht. Die beiden Abwasserverbände Wulkatal und Eisbachtal nutzen dabei künftig die vorhandenen Synergien, um ressourceneffizient und kostensparend eine gemeinsame Schlammfaulung durchzuführen.

Minister Nikolaus Berlakovich

Mit dem vorliegenden Projekt wird in der Praxis bewiesen, dass es nicht nur theoretisch möglich ist, über interkommunale Zusammenarbeit zu reden, sondern diese in der Realität umzusetzen. Einsparungspotenziale ergeben sich daraus automatisch. Ich setze dabei auf eine Vorbildfunktion, die dazu anregt, Kosten und Tätigkeiten der Gemeinden zu durchleuchten und Chancen der Zusammenarbeit aufzuzeigen. Wir wissen, dass es nicht notwendig ist, in allen Gemeinden des Burgenlands dieselbe Infrastruktur zu errichten und kostenintensiv aufrecht zu halten."

Durch das gemeinsame Projekt der beiden Verbände kann der Energieaufwand bei der Abwasserreinigung erheblich gesenkt werden. Die erzeugte Energie von ca. 1.400.000 kWh reicht aus, um die Kläranlage Wulkaprodersdorf zu einem Großteil mit grünem Strom zu versorgen. Die Errichtungskosten von 6,5 Mio EUR können zur Gänze aus den Einsparungen der beiden Verbände finanziert werden.

Die Abwasserverbände WV Wulkatal und AWV Eisenstadt Eisbachtal repräsentieren gemeinsam 26 Gemeinden der Bezirke Eisenstadt, Eisenstadt Umgebung und Mattersburg. Diese repräsentieren Abwasserbelastung inkl. Gewerbe und Industrie von ca. 100.000 Einwohnergleichwerten.

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